Zwischen Crêpes und Backstein | Ein bretonisch-hanseatisches Wochenende
17.08.2026
Vom 24. bis 26. Juli war es endlich soweit: Unsere Freunde von Cap sur l’Allemagne aus Saint-Malo kamen zu uns nach Stralsund. Es waren drei intensive, herzliche Tage voller Begegnungen, Geschichte und deutsch-französischer Freundschaft. Was als Idee begann, ist nun ein gemeinsames Erlebnis geworden, das die Grundlage für den Austausch und die zukünftige Partnerschaft zwischen Saint-Malo und der Hansestadt Stralsund legt.
Ankunft und erste Begegnungen
Am Freitag, dem 24. Juli, trafen wir uns um 16 Uhr vor den Kulturhöfen, um die aus Saint-Malo angereisten Mitglieder unseres Partnervereins zu begrüßen. Die Atmosphäre war von der ersten Minute an locker und entspannt. Hier trafen sich keine Fremden, sondern Freunde.
Kaum angekommen, ging es direkt hinein ins Programm: Der Umzug zur Eröffnung der Wallensteintage bot unserer Gruppe den besten Blick auf das bunte Treiben. Unsere Gäste aus Saint-Malo brachten dabei gleich spürbare ihre Energie mit nach Stralsund: Sie beklatschten ganz euphorisch alle am Umzug teilnehmenden Vereine für ihre Verkleidungen, Tänze und geschmückten Wagen. Von so viel Euphorie ließen sich auch die umstehenden Stralsunder und Stralsunderinnen nach und nach anstecken, so dass am Ende deutlich mehr Menschen mitklatschten als zuvor.
Nach dem Umzug führte eine kleine Sightseeing-Tour über die Hafeninsel und durch die Altstadt. Vorbei an der Gorch Fock I, die unsere Gäste an den Besuch der Gorch Fock II in Saint-Malo erinnerte und weiter über den Alten Markt und durch das Rathaus. Am Abend kehrten wir gemeinsam im Wallensteinkeller ein: üppiges, deftiges Essen, rustikales historisches Ambiente und eine resolute Wirtin sorgten für ausgelassene Stimmung. Das war die perfekte Grundlage für den anschließenden Pestumzug auf dem Alten Markt, bei dem alle den lauen Abend, die tolle Stimmung der Wallensteintage genossen und ganz nebenbei Ausschau nach unserem Vereinsmitglied Sonja, als Mitwirkende beim Umzug, hielten.
Ein Tag voller Symbolik
Der Samstag, 25. Juli, stand ganz im Zeichen der Vereinspartnerschaft und bot gleichzeitig auch einen der emotionalsten Momente der gesamten Begegnung. Eigentlich war für den Vormittag nur eine Besichtigung der Marienkirche am Neuen Markt geplant, doch eine vorher vorbeiziehende Stadtwache lud uns spontan zum Salutschießen ein. Vor rund 40 Stralsunderinnen und Stralsundern wurde (gegen eine kleine Spende) ein Salutschuss unserem Verein gewidmet, ein zweiter der werdenden Partnerschaft zwischen Saint-Malo und Stralsund. Ein symbolträchtiger, unvergesslicher Moment, an den sich alle noch lange erinnern werden.
Im Anschluss besichtigten wir die Marienkirche, entdeckten die Inschrift des napoleonischen Soldaten an der Decke des Kirchenschiffes und wagten die teilweise herausfordernde Besteigung des Turms über die steilen Treppen. Von oben wurde unseren Gästen die Lage Stralsunds, umgeben von Wasser, und die verblüffenden Parallelen zu Saint-Malo erst richtig bewusst.
Parallel dazu liefen, dank einem Teil unserer tatkräftigen Mitglieder, bereits der Aufbau und die Dekoration für unser gemeinsames Sommerfest und Vereinstreffens in den Kulturhöfen.
Ab 16 Uhr konnten sich die Kulturhöfe bei bestem Wetter langsam mit Gästen aus Saint-Malo, Stralsund, Rügen und von noch weiter her, füllen. Amandine Thiriet und die Saltim’band sorgten für Musik zum Mitsingen, während alle Anwesenden selbstgemachte Galettes und Crêpes nach malouinischem Rezept, Cidre, lokales Bier und vor allem viele gute Gespräche genossen. Wir überreichten unsere Gastgeschenke und erhielten im Gegenzug Mitbringsel von Cap sur l’Allemagne. Beide Vereine nutzten den Nachmittag, um sich gegenseitig vorzustellen, die eigene Gründungsgeschichte Revue passieren zu lassen und sich auf kommende gemeinsame Projekte einzustimmen und gemeinsam bis in die Nacht zu feiern.
Natur, Genuss und Abschied
Am Sonntagvormittag, dem 26. Juli, besuchten unsere Gäste aus Saint-Malo noch das zur zur Stiftung Deutsches Meeresmuseum gehörende OZEANEUM und tauchten dort in die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt der nördlichen Meere, inklusive Europas größter Ostseeausstellung, ein.
Zum Abschluss des Wochenendes trafen wir uns zum gemeinsamen Mittagessen im Braugasthaus der Störtebeker Brauerei. Zwischen herzhaften Gerichten und gutem lokalen Bier ließen wir die intensiven Tage noch einmal gemeinsam Revue passieren. Die Malouiner zeigten sich sichtlich begeistert, von Stralsund insgesamt und ganz besonders von der Veranstaltung am Samstag.
Dank und Ausblick
Diese Begegnung war nur möglich durch das Engagement beider Vereine und die finanzielle Förderung durch den Deutsch-Französischen Bürgerfonds.
Wir danken von Herzen allen, die zu diesen drei besonderen Tagen beigetragen haben: Wir danken unseren Gästen von Cap sur l’Allemagne, allen freiwilligen Helferinnen und Helfern in Stralsund und natürlich Amandine Thiriet und Saltim’band für die musikalische Begleitung.
Am Ende des Wochenendes freuten sich alle bereits auf ein Wiedersehen. Einige davon schon ganz konkret zum internationalen Weihnachtsmarkt in Saint-Malo im Dezember. Dieses Abenteuer ist erst der Anfang. Gemeinsam bauen wir weiter an der Zukunft der Freundschaft zwischen Saint-Malo und Stralsund.
Mitmachen
Du bist neugierig geworden? Du möchtest dich beteiligen? Du möchtest mit uns gemeinsam Projekte verwirklichen? Du repräsentierst einen anderen Verein und suchst engeren Kontakt mit uns? Oder hast du einfach nur ein paar Fragen? Sehr schön! Dann melde dich bitte über unser Kontaktformular oder direkt per Mail an kurs-bretagne(at)mail.de.
(sh)
